In Tansania ist es für Mädchen besonders schwer, eine höhere Schule abzuschließen. 97 % der Kinder in Tansania besuchen die Grundschule und fast 80 % schließen diese auch ab. In der Sekundarstufe geht die Schere zwischen Burschen und Mädchen jedoch auseinander und weniger Mädchen bestehen die Abschlussprüfungen.

Hierfür gibt es viele Gründe:

  • Kulturell und religiös geprägtes Bild zur Rolle von Frauen und Mädchen
  • Besonders in armen und kinderreichen Haushalten wird die Bildung von Buben stärker unterstützt.
  • Mädchen müssen im Haushalt helfen und es bleibt weniger Zeit zum Lernen.
  • Frühe Schwangerschaften und Heirat: In Tansania ist es wahrscheinlicher, dass ein Mädchen unter 18 Jahren verheiratet wird, als dass es eine Sekundarschule besucht.

Salzburg-Singida plant mit der tansanischen Partnerorganisation CIP den Bau eines Wohnheims für 80 Mädchen an der Sekundarschule Mwasauya in der Region Singida.

Mädchenwohnheime, welche in anderen „Wards“ (administrative Einheiten, welche aus mehreren Dörfern bestehen) in Betrieb sind, überzeugen durch starke Zahlen. Im Ward Ikhanoda existiert sein 2011 ein Mädchenwohnheim an der Sekundarschule. 2020 haben 82 % der Mädchen, die im Wohnheim leben, die abschließende Prüfung geschafft. Mädchen, die nicht im Wohnheim leben, hatten eine Erfolgsrate von nur 48 %.

Durch das Wohnheim haben auch skeptische Personen gesehen, dass Mädchen gute Schulleistungen bringen, wenn die Rahmenbedingungen günstig sind.

Der Baustart für das Mädchenwohnheim an der Sekundarschule Mwasauya ist für 2023 geplant und die ersten Mädchen werden im Schuljahr 2023/2024 einziehen.

Hintergrundinformation: Schulsystem in Tansania

In Tansania gibt es in Anlehnung an das britische Schulsystem eine freiwillige zweijährige Vorschule. Im Alter von sieben Jahren beginnt die siebenjährige Grundschule, welche mit dem „Standard 7 Exam“, eine standardisierte nationale Prüfung, abschließt. Die Sekundarschule umfasst vier Jahre (Ordinary Level). Die Abschlussprüfung entscheidet darüber, ob die Jugendlichen für weitere zwei Jahre die Sekundarschule (Advanced Level) besuchen dürfen oder eine Berufsausbildung (vocational training) anfangen. Bei einem positiven Abschluss des Advanced Level besteht die Möglichkeit, ein College oder eine Universität zu besuchen.