Gemeinsam verändern  –  Perspektiven eröffnen  –  die Schwächsten schützen

Regional Development

Das Programm der Regionalkooperation konzentriert sich auf eine Schwerpunktregion Singidas. In ausgewählten Dörfern wird bis zu fünf Jahren mit den Dorfgemeinschaften zusammen gearbeitet. Gemeinsam mit den betroffenen Menschen werden Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität entwickelt. In Trainings wird Fachwissen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Dorfentwicklung vermittelt.

Nach einer Bedürfnisanalyse und Auswahlphase wurde 2018 mit der Arbeit in den beiden Bezirken Ikhanoda und Mwasauya begonnen.

Die Programmphase von 2014 bis 2018 in Singida Rural mit den Schwerpunktdörfern Itaja, Kinyamwenda, Mughamo und Mjura wurde mit dem Bau eines Charko Damms (Wasserrückhaltebecken) und einer Evaluierung erfolgreich abgeschlossen.

Goals

  • Gesundheit

    – qualifiziertes Personal
    – Senkung der Mütter&Kindersterblichkeit
    – Reduktion von Mangel&Unterernährung

  • Bildung

    – qualifiziertes Personal
    – Reduktion der Lehrer-Schüler-Ratio
    – Fachgerechter&zeitgemäßer Unterricht

  • Dorfentwicklung

    – Direkter&unmittelbarer Nutzen
    – Verbessertes Einkommen
    – Lebensqualität

Tansania hat wie die meisten afrikanischen Länder südlich der Sahara eine im internationalen Vergleich hohe Mütter- und Kindersterblichkeit. Fehlende oder mangelhafte medizinischen Grundversorgung, ein geringes Bewusstsein über die Bedeutung des Themas, strukturelle Unter- bzw. Mangelernährung, aber auch kulturelle Vorstellungen, die „modernen“ medizinischen Erkenntnissen widersprechen, führen letztlich zu dieser Situation.

Ausbildung

Tansania hat wie die meisten afrikanischen Länder südlich der Sahara eine im internationalen Vergleich hohe Mütter- und Kindersterblichkeit. Fehlende oder mangelhafte medizinischen Grundversorgung, ein geringes Bewusstsein über die Bedeutung des Themas, strukturelle Unter- bzw. Mangelernährung, aber auch kulturelle Vorstellungen, die „modernen“ medizinischen Erkenntnissen widersprechen, führen letztlich zu dieser Situation.
Die qualitative Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Schulung und Ausbildung des medizinischen Personals ist ein zentraler Ansatz. Dieses Programmelement dient zur weiteren Qualifizierung vom bereits im Staatsdienst tätigen Gesundheitspersonal in Singida.
Gleichzeitig werden viertägige Weiterbildungen um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Neugeborene an den lokalen Gesundheitsstationen angeboten. Die beiden Trainer sind vom Regionalspital Singida Stadt, einer davon der einzige Gynäkologe in der Region Singida.

Ausstattung

Die Gesundheitsstationen sind oftmals unzureichend mit medizinisch-technischem Gerät ausgestattet. Hier soll das Projekt  gezielt und bedarfsorientiert unterstützen. Manche Gesundheitsstationen haben kein Wasser (Problem bei Geburten und für Hygiene im Allgemeinen) oder keinen Stromanschluss (Problem bei Geburten in der Nacht). Auch hier sollen leistbare Lösungen gefunden werden, beispielsweise über Solaranlagen oder Regenwassersammlung.

Outreach & Ernährung

Gesundheitspersonal ist selten in ausreichender Anzahl vorhanden. Zu diesem Zweck wurden sogenannte Community Health Worker verpflichtet. Sie unterstützen einmal pro Woche das Gesundheitspersonal direkt an der Gesundheitsstation und gehen im Dorf von Haus zu Haus (Outreach).
Die Community Health Worker machen kurze Schulungen zum Thema gesunde und ausreichende Beikost für Kleinkinder ab dem 7. Lebensmonat. Bis zu diesem Alter ist Muttermilch völlig ausreichend für die Ernährung des Kleinkinds. Besonders einkommensschwache Familien mit Kind(ern) mit Unter- oder Mangelernährung werden für drei Monate mit Haferflocken versorgt, um daraus einen nährenden Brei zu kochen. Zusätzlich wird ein Programm rund um Gemüsegärten gestartet, um eine ausgewogene Ernährung insbesondere für Kleinkinder zu unterstützen.

 Im Fokus steht die Reduktion der weit verbreiteten Mangel- und Unterernährung und der hohen Kindersterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren in den Schwerpunktdörfern.

Physische Infrastruktur

Seit Jahren unterstützt die SCSS den Bau und die Ausstattung zusätzlicher Klassenzimmer. Im Rahmen der Evaluierung 2018 erhielt diese Unterstützung höchste Priorität bei der jeweiligen Dorfbevölkerung. Auch wenn in den letzten Jahren Infrastrukturprojekte in der Regionalkooperation bewusst zurückgedrängt wurden, so ist der Bedarf nach wie vor gegeben.

Das „Schulpaket“, eine Kombination aus einem Gebäude mit 2 Klassenzimmern getrennt durch ein Lehrerbüro sowie einem Wassertank zur Regenwassersammlung und einem Latrinenblock für Mädchen und Burschen inklusive der Möglichkeit zum Händewaschen hat sich sehr bewährt.

LehrerInnen kommen in der Regel nicht aus dem jeweiligen Dorf, indem sie arbeiten, sondern aus anderen Regionen des Landes. Lehrergehälter sind ohnehin gering, die Anmietung eines kleinen Zimmers im Dorf eine finanzielle Belastung, Privatsphäre ist kaum gegeben. Schulen ohne Lehrerquartiere sind für Lehrer unattraktiv und um die Lehrer an der Schule zu halten, aber auch um mehr Lehrer durch die Schulbehörde zugewiesen zu bekommen, ist es notwendig, Lehrerquartiere zur Verfügung zu stellen.

Qualität der Schulbildung

In vielen Klassen sitzen zwischen 60 und 100 Schüler, ein vernünftiger Unterricht ist unter diesen Rahmen­bedingungen selbstverständlich nicht möglich. Die Reduktion der Klassenschüler­zahlen ist somit ein zentrales Anliegen der Regionalkooperation. Allerdings müssen auch mehr Lehrer durch die Schulbehörde zugeteilt werden, sonst unterrichtet ein Lehrer gleichzeitig in zwei Klassen, wodurch der Unterricht nicht notwendigerweise an Qualität gewinnt. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulstandort und den Schulbehörden ist daher unbedingt notwendig.

Seit Jahren bieten CIP und SCSS Fortbildungen von LehrerInnen in den Fächern Englisch und Mathematik an. Die beiden Fächer wurden gewählt, da die Erfolgsquote bei Standard Seven Exams in diesen beiden Fächern in der Region Singida im nationalen Vergleich besonders schlecht ist. In Zusammenarbeit mit den Ausbildern am Lehrerkolleg in Kinampanda (Teachers Training College – TTC) werden Fortbildungsmodule auf der Basis der Wünsche der LehrerInnen entwickelt und angeboten.

Zur Stärkung der Bildungsqualität werden im zusätzlich fehlende Lehrmittel für die Fächer Englisch und Mathematik zur Verfügung gestellt und sogenannte Clubs (für interessierte Schüler zur intensiveren Beschäftigung) unterstützt.

Im Fokus steht die Reduktion der Lehrer-Schüler-Ratio und Maßnahmen zur Förderung eines fachgerechten und didaktisch sinnvollen Unterrichts.

Seit einigen Jahren setzen CIP und SCSS zusätzlich zu den beiden Interventionssektoren Gesundheit und Bildung eine Reihe von zum Teil kleineren Maßnahmen um, die unter dem Begriff Dorfentwicklung zusammengefasst werden.

Dazu zählen der Bau von Gemüsegärten oder rauchfreien und energieeffizienteren Öfen, die Förderung von Spar- und Kleinkreditsystemen (VICOBA), der Bau von Wasserrückhaltebecken (Charko-Damm) für die Trockenzeit oder die Förderung der kommerziellen Hühnerzucht.

Seit Herbst 2018 ist die kommerzielle Hühnerzucht ein Schwerpunktthema geworden. Dies liegt einerseits an der erfolgreichen Umsetzung in den Programmdörfern der vergangenen Phase und andererseits an der Überzeugung, dass hier substantielle Potentiale für Einkommen insbesondere für Frauen liegen. Um mehr Frauen in den Genuss dieses Projekts kommen zu lassen, werden sogenannte ToT (Training of Trainers) ausgewählt, die das Projekt weiter tragen.

Die Verfügbarkeit von Wasser ist in der trockenen Region Singida ein Dauerthema. Im Rahmen der Dorfentwicklung werden Wasserrückhaltebecken (Charko Damm) und Wassertanks zur Regenwassersammlung gebaut.

In der Vergangenheit wurden im Rahmen der regionalen Entwicklung durch ein Großprojekt mit der Europäischen Union der Zugang zu sauberen Trinkwasser für den Großteil der Bevölkerung von Singida gesichert (2003).

2004 wurde zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft Salzburg – Singida der gemeinsam errichtete Busterminal vom ehemaligen Bgm. Heinz Schaden feierlich eröffnet. Die Stadt Singida ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und diese infrastrukturelle Verbesserung bedeutet einen wesentlichen Entwicklungsschritt der gesamten Region.

Upendo Home. Our home for street children

Upendo bedeutet Liebe und Zuneigung und ist ein beliebter Vorname in Tansania. Das Upendo Home hat sich seit der Gründung 2018 in ein Zuhause für rund 40 Kinder und Jugendliche entwickelt.

Nicht nur die Grundbedürfnisse wie essen und schlafen sind abgedeckt. Auch Gemeinschaft und ein sicherer Ort sind gegeben. Die Fähigkeiten und Talente der Kinder werden gefördert. Sie bekommen eine Schulbildung und lernen für sich selbst zu sorgen.

In den Werkstätten werden handwerkliche Grundkenntnisse vermittelt. Auch Haushaltsführung, Garten- und Tierhaltung und nicht zuletzt die soziale Kompetenz sind Themen.

Nach zehn Jahren verlassen die ersten Jugendlichen das Heim. Die Herausforderung ist, den Übergang in ein selbstständiges Leben gut zu begleiten.

Goals

  • Auffangen

    – Grundversorgung
    – Schutz
    – Sicherheit

  • Perspektiven geben

    – Bildung
    – Verantwortung
    – Selbständigkeit

  • Stärken

    – Gemeinschaft
    – Geborgenheit
    – Hoffnung

Die Kinder und Jugendlichen besuchen öffentliche Schulen oder absolvieren eine Berufsausbildung. Je nach Begabung werden sie gefördert und unterstützt. Einige von ihnen sind begeisterte Fußballspieler und in den regelmäßgen Turnieren „matchen“ sie sich mit anderen Teams. Auch andere Spiele sind beliebt. Meist dienen einfache Mittel zur Herstellung von „Sportartikeln“.

Der Umgang mit den Herausforderungen und Konflikten, die durch das Zusammenleben entstehen, fördert ihr Selbstvertrauen. Viele der Kinder mussten Gewalt oder Mißbrauch erfahren oder kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Routine im Alltag und klare Regeln schaffen den nötigen Rahmen für ihre individuelle und gemeinsame Entwicklung.

Die gelunge Integration von 10 Kindern aus dem Kititimo Heim (2017) hat die Gemeinschaft auf maximal 40 Kinder und Jugendliche erweitert. Der deutsche Verein Straßenkinder Tanzania ist seitdem aktiver Mit-Unterstützer des Upendo Home.

Jährliche Ausflüge in die Nationalparks und andere Freizeitaktivitäten ermöglichen den Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu ihrer Kultur und der Tierwelt, für die Tanzania weltweit berühmt ist.

Gemeinsam mit dem Heimleiter, Afesso Ogenga, wird ständig an der Klarheit von Strukturen, Rahmenbedingungen und Zielen gearbeitet. So sollen bestmögliche Bedingungen geschaffen werden.

Afesso Ogenga Heimleiter Upendo Home

Afesso Ogenga, Heimleiter

“I like working with children and people in need.”

Veridiana Sozialarbeiterin Upendo Home

Verdiana Marceli, Sozialarbeiterin

“Beautiful and safe environment makes UH a home far away from home for both staff and children.”

Rosemarie Matron Art Teacher Upendo Home

Stella David, Matron und Kunstlehrerin

“I love working with children, learn from them, and help them.”

Magdalena Joseph Matron Upendo Home

Magdalena Joseph, Matron

“Children support me as they learn.”

Hawa Shabani Upendo Home

Hawa Shabani, Köchin

Upendo Home Vorstand: Sybille Voggenhuber, Bernhard Fries, Rehema Gwao, Fatuma Malenga, Anna Mollel, Permenas Mashanjara

In den Werkstätten erlernen die Kinder und Jugendlichen schulbegleitend handwerkliche Fertigkeiten für den Alltag. Mit Unterstützung des Bankhaus Spängler konnte eine professionell ausgerichete Infrastruktur geschaffen werden.

Einmal wöchentlich haben die Älteren im Heim die Möglichkeit, von Lehrern der VETA (Vocational Education Training Association in Singida), der staatlichen Ausbildungsstätte für Handwerk, unterrichtet zu werden. Fünf Lehrer und Lehrerinnen unterrichten in:

  • Schneiderei und Strickerei
  • Tischlerei
  • Werkstatt für Metallverarbeitung
  • Kunsthandwerk-Klasse

Die entstandenen Produkte sind entweder zum Eigengebrauch oder werden in einem kleinen Ausstellungsraum des Upendo Home zum Verkauf angeboten. Vor allem die modernen Stücke der Kunsthandwerk-Klasse, die von Armbändern und Handtaschen bis zu Ziergegenständen und Batiktüchern reichen, sind gefragt.

Anfallende Reparaturen im Upendo Home werden selber erledigt. Stühle, Tische und Schränke sind selber hergestellt. Auch die Schuluniformen entstehen in der Schneiderei und Strickerei.

TUMAINI School of the Deaf

Die Schule für gehörlose Kinder ist mittlerweile eine Internatsschule geworden. Nun haben endlich auch Kinder aus der Region Singidas die Möglichkeit die Schule zu besuchen. 66 Burschen und Mädchen plus 20 Tagesschüler werden momentan in der Schule unterrichtet. Das engagierte Team von Lehrern und Betreuern kümmert sich seit vielen Jahren liebevoll um die gehörlosen Kinder.

Die SCSS hat die Tumaini School über viele Jahre unterstützt. So entstanden ein Speisesaal mit einer Küche und ein Schlafsaal für die Mädchen. Da die tansanische Regierung ihre Versprechen um den Bau eines Schlafsaals für die Burschen nicht eingehalten hat, kam es zu einer Pause. Nun hat nicht die tansanische sondern die Koreanische Entwicklungszusammenarbeit eine Fertigstellung der Schule ermöglicht.

Mit einem Zeichensprache-Training für die Eltern, damit sie sich mit ihren Kindern austauschen können (2014), und mit 66 Matratzen für die beiden Schlafsäle (2018) konnten wir einen wichtigen Beitrag leisten.

Auch für die tansanische Regierung ist die Förderung von gehörlosen und seheingeschränkten Kindern ein Schwerpunkt.

Tumaini School