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Der neue Film über die Lehrwerkstätten im Upendo Home, 2017

Upendo Home

Unser derzeitiges „Großprojekt“ ist das Waisen- und Straßenkinderheim, Upendo Home in Singida. Nach langjähriger Vorbereitung konnte das „Upendo Home“ im Mai 2008 eröffnet werden.



Neben Unterkunft, Nahrung, medizinischer Betreuung und Zuwendung durch die Betreuer, ist die Ausbildung ein wichtiger Bereich. Die Kinder besuchen öffentliche Schulen und haben die Möglichkeit, handwerkliche Grundkenntnisse im Upendo Home zu erlernen.
Dazu wurden Werkstätten errichtet, die im Rahmen eines CSR-Projekts des Salzburger Bankhauses Spängler 2008 errichtet und seit dem finanziert werden.

Das Team besteht aus einem Heimleiter, einer Szialarbeiterin, 2 Betreuerinnen, einem Gärtner, den Lehrer/innen der Werkstätten für die Handwerkliche Ausbildung und weiterem Personal für die Erhaltung der Infrastruktur.
Auf dem Grundstück des Heims wird Gemüse- und Getreideanbau  betrieben sowie die Haltung von Nutzvieh.
Die Kinder sollen so in landwirtschaftlichen Belangen unterrichtet werden, Fertigkeiten die in einem Land wo über 90% der Bevölkerung von der Agrarwirtschaft leben, sehr wichtig sind.

Momentan beherbergt das Zentrum 42 Kinder  zwischen 5 – 21 Jahren.

Lehrwerkstätten

10 Jahre Kooperation

Seit 2007 besteht eine Kooperation mit dem Bankhaus Spängler. Mit der Unterstützung der Bank konnte 2008 ein Werkstätten Gebäude errichtet werden in dem sich die Schneiderei Klasse und die Tischler Klasse befindet. 2015 wurde ein Anbau für die Holzverarbeitungsmaschinen errichtet.

Eine zusätzliche Kreativklasse, in der traditionelles Kunsthandwerk wie Batik, Schmuck und Arbeiten aus Glasperlen hergestellt wird, bietet eine zusätzliche Möglichkeit für die Kinder ihr Potential zu entwickeln.

2017 soll ein weiterer Anbau für die neue Metallverarbeitungsklasse entstehen.

In einem eigenen Verkaufsraum im Gelände des Upendo Home werden die in den Werkstätten gefertigten Stücke ausgestellt und zum Verkauf angeboten.

Unter Anleitung der Lehrer werden Möbel auch für den Eigengebrauch im Heim gefertigt. Auch in der Schneiderei entstehen Kleidungsstücke für den Eigenbedarf, wie z.B. die Overalls für die Schüler der Tischlerklasse.

Ein Lehrplan, der gemeinsam mit den LehrerInnen und dem Koordinator entwickelt wurde, sieht neben der Vermittlung der praktischen Fertigkeiten auch das Erlernen von theoretischem Fachwissen vor. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, dafür muss jährlich eine Prüfung absolviert werden.

 

 

 

Vom Leben auf der Strasse zum Heimalltag

Zu Beginn war die Arbeit für alle Beteiligten sehr schwer. Die Kinder waren an ein oft jahrelanges Leben auf der Straße gewöhnt, das ständige Selbstbehauptung und – Verteidigung bedeutet. Sie waren an den Rand der Gesellschaft gedrängt; ohne die Fürsorge und Beistand verantwortlicher Erwachsener kämpfen diese Kinder in bitterer Armut um ihr tägliches Überleben. Als einziges soziales Netz gelten Freundschaften und Verbände unter Gleichgesinnten, wobei Probleme untereinander durch Streitereien gelöst werden und das Recht des Stärkeren zählt. Für viele ist der Missbrauch von Klebstoff, Alkohol und Marihuana ein Lichtblick. So lassen sich Erinnerungen und Erfahrungen besser verdrängen und Gefühle wie Hunger, Angst, etc. betäuben.

Aus diesem Szenario kommen die Kinder ins Upendo Home. Sie haben Verhaltensweisen entwickelt, die mit dem Leben in einem Heim sehr schwer zu vereinbaren sind. Die Mitarbeiter des Heims versuchen mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen, mit diesen Kinder zu diskutieren, Lösungen zu finden und sie auf das Leben im Heim vorzubereiten. Es wurden Regeln aufgestellt und die Kinder mit Aufgaben betraut, ein strukturierter Tagesablauf wurde entwickelt.

Den Kindern sollte vermittelt werden, dass es auch ihren Anstrengungen und Willen bedarf, im Upendo Home zu leben. 
Ein gewisser Alltag wurde inzwischen erreicht, die Kinder fühlen sich in ihrem neuen Heim Zuhause. Es werden Geschichten erzählt, es wird gesungen und getanzt. Man sieht förmlich, wie wohl sich die Kinder in dieser geschützten Atmosphäre fühlen. Es gelang den Mitarbeitern, vor allem den beiden „Mamas“ Rosemary und Tedy, den Kindern zu vermitteln, dass hier ein Zuhause geboten wird, ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird und Probleme gelöst werden. Den Kindern wird eine große Last von den Schultern genommen, wodurch sie wieder Kind sein dürfen.

 

 

Projektbesuch 2014

Im September 2014 hat Andrea Rainer von der SCSS wieder unser Straßenkinderheim UPENDO HOME in Singida/ Tansania besucht und sehr positive Entwicklungen wahrnehmen können.

Seit dem letzten Besuch vor zwei Jahren hat sich sehr viel getan: die Wege im UPENDO HOME sind mit Pflanzen und Blumen gesäumt, der Garten ist schön angelegt, und gepflegt und die Gartenabschnitte sind mit Schildern der Kinder, die diesen Abschnitt pflegen, versehen.  Sport und Freizeitbereiche wurden angelegt und für die Werkstätten ein zusätzlicher, überdachter Arbeits-platz.  Ein Computer-Raum und eine Bibliothek entstehen gerade. Die Einrichtung wird zum Teil von den Kindern selbst getischlert.

Momentan leben 31 Kinder im UPENDO HOME.  2014 kamen zwei vom Social Welfare Department (Fürsorge) und 2 Kinder wurden von der Polizei gebracht, zwei weitere hat der Sozialarbeiter beim Einkauf am Markt aufgelesen.

Generell wird vor der Aufnahme im Heim genau geprüft, ob und welche Verwandte der Kinder noch leben und ob sie in der Lage sind die Erziehung zu übernehmen.

Es kommt leider auch vor, dass ein Kind sich nicht an die Abläufe im Heim gewöhnen kann und will, wie z.B. Jakob, der das Heim nach drei Monaten wieder verlassen hat.

Bildung: Alle UPENDO HOME Kinder im ent-sprechnenden Alter besuchen die Schule und werden beim lernen unterstützt. Der Sozialarbeiter ist in Kontakt mit den verschiedenen Schulen, und begleitet die Kinder in ihrer schulische Ausbildung. Die besteht aus 7 Jahren Primary-School,  danach folgen 6 Jahre Secondary-School.

5 Kinder besuchen jetzt die Secondary-School. Schwierigkeiten gibt es bei der Umstellung der Unterrichtssprache auf Englisch. Die staatlichen Secondary-Schools sind schlecht ausgestattet und bieten schlechte Unterrichtsqualität, darum wollen wir die Kinder in privaten Schulen unterbringen dort liegt der Jahresbeitrag bei ca. € 500  pro Kind.

Ein großer Erfolg: Ramadhan, 18, hat eine externe Ausbildung als Elektriker abgeschlossen und wird nun von uns beim Aufbau einer kleinen Werkstatt unterstützt. Er ist der Erste, der das Heim nach der Ausbildung in die Selbständigkeit verlässt. Dabei wird er vom Team des UPENDO HOME unterstützt und begleitet.

In den Heim eigenen Lehrwerkstätten wird  Zwei mal pro Woche in der Schneiderei und der Tischlerei unterrichtet. 

Rosemary, die Heimmutter der Kinder,  hat eine kreative Klasse mit den Kindern gestartet, in der sehr ansprechende Schmuckstücke und andere kreative Gegenstände entstehen.