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Capacity Building-Projekte

Im Bereich Capacity Building werden die Dorfgruppen trainiert um Kenntnisse erwerben zu können, wie nach der Übergabe eines Projekts dieses weiter instand gehalten und gemanagt wird. Die Selbstverantwortung der Beteiligten wird dadurch sichtbar gemacht und gefördert.

Eine begleitende Bewusstseinsbildung zu den Projekten lässt Zusammenhänge und Möglichkeiten erkennen.

 

Bau von energieeffizienten Öfen

Traditionell wird mit offenen Feuerstellen gekocht, die Töpfe werden auf 3 Steine aufgesetzt. Die neue Version besteht aus einigen Ziegeln, jeweils einem Metallring für die beiden „Flammen“, einem Abzugsrohr und einem Verputz aus Lehm. Energie entweicht hier nicht in alle Richtungen, sondern fokussiert auf die beiden Flammenauslässe.

In 4 Dörfern wurde der Bau von Öfen propagiert, die weniger Feuerholz bei gleicher Leistung verbrauchen und zur Reduktion der Rauchbelastung in den Küchen betragen. Die Idee wurde von unserem Projektpartner, dem CIP, an die jeweiligen Dorfführer und Lehrer herangetragen, die dann eine Gruppe von Frauen ausgewählt haben, die die Zielgruppe im jeweiligen Dorf darstellte. Insgesamt wurde auf diese Art und Weise bis jetzt 156 Öfen gebaut.

Dieses Projekt soll helfen Holz und Holzkohle zusparen und somit der Abholzung der ohnenhin sehr kargen Vegitation entgegen zu wirken. Der andere Effekt ist, dass durch die neuen Öfen die Rauchentwicklung in den Küchen, der die Frauen beim Kochen ausgesetzt sind, reduziert wird.

Anlegen von Gemüsegärten

Im Rahmen des Projekts wurden Hochbeete gebaut, runde Einheiten mit Steinen begrenzt und in Schichten befüllt mit Erde, Asche, Steinen und Dünger. Das Modell wurde von einer NGO aus der Kilimanjaro-Region übernommen. Hochbeete dieser Art erhöhen die Wasserhaltekapazität aufgrund des erhöhten Bodenvolumens und erhöhen auf gleicher Grundfläche die Anbaufläche, da auch vertikal am Beetrand Pflanzen wachsen können. Einige der Frauen haben auch zusätzlich konventionelle Beete am Boden angelegt.

Neben dem technischen Know-how und dem begleitenden Training wurden die Gemüsesamen den Frauen gratis zur Verfügung gestellt. Die Rückmeldungen der Frauen sind sehr positiv, viele der Gärten machen einen sehr guten Eindruck, einige Frauen haben auch größere Teile ihres Landes rund um das Wohngebäude für den Gemüseanbau genutzt. Das Gemüse wird einerseits für den eigenen Bedarf verwendet und andererseits zT verkauft. Je nach Gartengröße und Nutzungsform können so die Frauen ein kleines Zusatzeinkommen erwirtschaften. Bis jetzt konnten 129 Gemüsegärten errichtet werden.

Hühnerzucht

Ein neues Programm ist die Förderung der kommerziellen Hühner­zucht im Dorf Mjura. Neben der Trainingsmaßnahme an sich wird auch der Bau des Hühnerstalls unterstützt sowie notwendige Materialien wie Inkubator (Brutapparat) für Hühnereier, Wärmelampen für Küken, Wasser- und Futter­vorrichtung, Impfungen und „Startpaket“ (18 Hühner, 2 Hähne) pro Haushalt zur Verfügung gestellt. Hühnerzucht ist in der Region Singida eine wichtige Einkommensquelle und Hühner aus Singida haben den Ruf, besonders schmackhaft zu sein. Erste Verkaufsergebnisse sind ermutigend!

 

Spar- und Kleinkreditsystem

Ein weiteres neues Projekt ist das Spar- und Kleinkreditsystem im Dorf Mughamo.Das System folgt dem tansanischen Modell VICOBA (Village Community Bank), indem 25 – 30 Personen eine Gruppe bilden, sich einmal pro Woche treffen und dort ihre wöchentliche Spareinlage tätigen (1 – 5 € pro Person). Nach einigen Wochen ist genügend Kapital vorhanden, um im Rahmen dieser Treffen nicht nur Spareinlagen einzuzahlen, sondern auch Klein(st)kredite an seine Mitglieder zu vergeben. Kreditzins ist 10 % + 1 % Bearbeitungsgebühr bei einer Laufzeit von meist 3 Monaten. Kredite können für einkommensschaffende Maßnahmen beantragt werden. Wie sich diese Form des Sparens und Kreditnehmens in Mughamo bewährt, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.